Interview mit Herrn Schendel

Stellen Sie sich doch bitte erstmal kurz vor.

Ich bin Tim Schendel und ich bin hier Koordinator für Berufsorientierung, aber vornehmlich auch Lehrkraft für die Fächer Wirtschaft und Politik und Geografie. Ich mag den Beruf sehr gerne und bin leidenschaftlicher VfL Bochum Fan, das ist hier vielleicht eigentlich das wichtigste. Ansonsten mache ich diverse andere Dinge, aber das führt hier zu weit und wir müssen ja auch noch andere Dinge besprechen.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Lehrer zu werden?

Ja, das ist auch eine ganz spannende Frage. Die Entscheidung dazu kam tatsächlich relativ spät in der Oberstufe. Damals hatte ich nämlich einen Geografielehrer, der ziemlich cool war, denn der hat aus dem Unterricht heraus Exkursionen mit uns gebucht, also etwas, was man heutzutage gar nicht mehr darf. Das geht einfach gar nicht mehr. Und der hat solche Dinge einfach getan und zu uns gesagt: „Kinder, worauf habt ihr Lust? Da müssten wir eigentlich mal hinfahren. Wartet, ich rufe da mal kurz an. Ja, das ist jetzt klar, da fahren wir hin“. Und der war auch immer locker, zumindest dann, wenn man gut gearbeitet hat. Wenn nicht, dann war er auch ein bisschen strenger, aber man hat ganz, ganz viel gelacht und in seinem Unterricht habe ich mal – das ist eine ganz witzige Geschichte – Armdrücken gegen ihn gemacht und gewonnen. Das war auch ganz wichtig. In meiner Oberstufenzeit habe ich mir dann gedacht, das kann ich auch und dann bin ich halt Lehrer geworden, unter anderem Geografielehrer.

Und aus welchem Grund haben Sie sich für die Fächer WiPo und Geografie entschieden?

Geografie fand ich thematisch schon immer sehr, sehr spannend und ich finde auch die breite Facette, die am Fach Geografie auch häufig kritisiert wird, sehr spannend, denn man sagt ja immer, Geografie ist so eine Wissenschaft, die existiert eigentlich gar nicht. Es gibt ja einmal diese physische Variante, also man guckt sich die Entstehung von Vulkanen und die Vegetationszonen an, aber es geht auch um humangeografische Faktoren, also wie geht der Mensch eigentlich auf den Raum ein, zum Beispiel was sind Global Citys und was macht diese aus. Und das ist so eine große Bandbreite, dass Leute das kritisieren. Ich hingegen denke ja, das ist super spannend und da lernt man ganz viel über die Welt.
Wirtschaft und Politik, da muss ich ehrlich sein, das hatte ich erst gar nicht auf dem Zettel, denn erst wollte ich Deutschlehrer werden. Dann hat allerdings meine damalige Lehrerin mit mir gesprochen und meinte: „Nein, werde auf keinen Fall Deutschlehrer, diese Korrekturen und so weiter. Mach irgendwas anderes, was vielleicht inhaltlich spannender ist.“ Also, was heißt inhaltlich spannender, nichts gegen meine Deutschkolleginnen und -kollegen, aber WiPo war dann passend zu Geografie und jetzt bereue ich das auch nicht. Auch wenn man mit dieser Fächerkombination eigentlich keine Jobs bekommt, ich hatte ein bisschen Glück.

Wie sind Sie ans LGN gekommen?

Auch eine ganz spannende Geschichte, ich habe tatsächlich in Hamburg studiert beziehungsweise mein Referendariat in Hamburg gemacht, auch mit einem relativ erfolgreichen Abschluss, kann man sagen. Und dann habe ich mit dieser lustigen Fächerkombination, was ich eben schon meinte, gedacht, dass ich gar keinen Job bekomme. Nach meiner letzten mündlichen Prüfung haben die mir bei meiner Lehrerausbildung allerdings gesagt, mit dem Schnitt und so weiter können Sie sich die Schule ja aussuchen. Das ist Quatsch, kann ich nur sagen, Geografie- und WiPo-Lehrer sucht niemand, das gibt es einfach nicht. Außer Herrn Apsel, der hat das früher gesucht, warum auch immer. Er hat das ausgeschrieben und mir auch eine ganz lange E-Mail geschrieben. Er hat gesehen, dass ich die beiden Fächer habe, hat mich eingeladen und dann durfte ich hier ein Bewerbungsgespräch durchführen. Sieben Leute waren vor mir da, habe ich gelesen, und ich habe mich durchgesetzt. Unfassbar. Ich bin sehr glücklich.

Was sind neben dem Unterrichten Ihre Aufgaben an unsere Schule?

Das habe ich vorhin schon mal kurz angedeutet, eigentlich mache ich ganz, ganz viele Dinge, die möchte ich jetzt gar nicht alle ausführen. Formal bin ich Koordinator für Berufsorientierung, das heißt, ich kümmere mich darum, dass es genug Angebote für die Schülerinnen und Schüler gibt, sich zu orientieren. Denn die Schule ist ja nur ein Zwischenschritt, soll euch vorbereiten aufs Leben und soll euch auch einige Perspektiven schaffen. Danach geht es aber darum, dass ihr natürlich auch etwas in die Rentenkassen einzahlt und so weiter und auch für unsere Pension als Lehrkräfte sorgt, das ist ja super wichtig. Unter anderem kümmere ich mich aber auch um die Organisation von Teilbereichen des Ganztages und die Präventionsveranstaltungen werden auch von mir organisiert. Im Moment auch noch das Projekt Lernchancen und diverse andere Dinge.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Beruf und an unserer Schule?

Also, das kann man ja fast zusammenführen, denn ich glaube, Lehrer sein hat auch immer damit zu tun, an welcher Schule und an welcher Schulform man unterrichtet und da bin ich wirklich gesegnet, denn ich habe ja eine Schule, in der das Unterrichten wirklich Spaß macht. Das wisst ihr selber, die Lerngruppen hier arbeiten wirklich, das heißt man hat, glaube ich, weniger pädagogische Arbeit als in anderen Schulformen. Und die Kinder hier sind so nett. Wenn man mal eine Hofaufsicht hat, ist man danach in besserer Stimmung als vorher. Das heißt, selbst wenn ich einen schlechten Tag habe, was selten vorkommt, muss ich auch mal sagen, dann erzählen die Kinder Geschichten, kommen zu einem gerannt, wollen alles mit einem teilen und danach geht es einem wieder gut. Und außerdem macht das Unterrichten hier auch Spaß. Ich kann mich nicht beklagen und ich bin immer glücklich nach dem Unterricht.

Und gibt es ein besonders lustiges Ereignis aus Ihrer bisherigen Zeit als Lehrer?

Es gibt unzählige lustige Ereignisse. Es gibt eine Sache, die ist tatsächlich auch ein bisschen unangenehm. Das betrifft den ersten April. Also man muss dazu sagen, dass ich ja wie eben gesagt, Bochum Fan bin und sagen wir mal so, ich mache mich damit auch angreifbar, denn Bochum hat ja nun zwei große Konkurrenten. Ich erwähne in meine Unterrichtsstunden sehr häufig Dortmund und Gelsenkirchen und dann kam eine Klasse auf die Idee, mich am ersten April reinzulegen. Ja, und dann standen plötzlich, als ich in diese Klasse kam, alle Kinder auf Ihren Stühlen, haben ein Dortmund-Lied gesungen, hatten auch die geografischen Koordinaten von Dortmund an die Tafel gemalt und alles in Dortmund-Farben geschmückt. Ich war sehr beeindruckt, aber auch schockiert muss ich sagen. Ja, das war wahrscheinlich das aufregendste Erlebnis. Vielen Dank nochmal dafür.

Foto von Marvin Truminski

Wie war Ihre eigene Schulzeit für Sie?

Meine Schulzeit war sehr schön, muss ich sagen. Sie war rückblickend auch sehr entspannt, es war eine schöne Zeit. Ich hatte viel mit Freunden zu tun und hatte auch nicht so viele Sorgen wie heute. Deshalb habe ich das damals auch eigentlich sehr genossen. Ich war ein vernünftiger Schüler, als ich jung war und bis zur 9. Klasse auch sehr strebsam, das hat sich dann aber in der Oberstufe gegeben und ich habe auch andere Dinge des Lebens lieben gelernt. Aber insgesamt war es eine sehr schöne Zeit, auf die ich bis heute gerne zurückblicke.

Welches besondere Ereignis aus Ihrer Schulzeit ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

In meiner Schulzeit waren immer die Fußballturniere das Spannendste. Ich war passionierter Fußballspieler, aber leider hat mich meine Knieverletzung aufgehalten, sonst wären wir öfter Weltmeister geworden, das ist nun mal Fakt. Damals haben wir zum Beispiel die Deutsche Meisterschaft als Schulfußballteam gewonnen. Die Fußballturniere waren das Highlight meines Lebens.
Das negativste Ereignis war, als mein Sportlehrer in der Oberstufe, mit dem ich heute auch noch Kontakt habe, mir eine 3 in Fußball gegeben hat. Das ist etwas, was ich ihm ewig vorhalten werde. Ich hatte im Sportunterricht eine Knieverletzung und mein Knie war ganz dick und angeschwollen und ich musste mich an den Rand setzen. Dann hat er mir gesagt, ich hätte ja nie mitgemacht und wäre immer verletzt gewesen. Dann hat er mir einfach mal eine 3 gegeben. In Fußball! Das geht natürlich gar nicht.

Was ist für Sie die wichtigste Eigenschaft eines Lehrers oder einer Lehrerin?

Natürlich muss man fachlich kompetent sein und den Schülerinnen und Schülern da ganz viel beibringen und muss da Sicherheit ausstrahlen, das ist ganz klar. Aber es gibt auch noch wichtigere Dinge als das. Man muss auch Lust darauf haben, mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, man muss eine positive Grundeinstellung dazu haben, den Kindern etwas beizubringen. Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn die Schülerinnen und Schüler merken, dass der Lehrer auch selber Lust dazu hat, den Kindern etwas mitzugeben, dann haben sie selber viel mehr Lust darauf. Man muss manchmal auch Themen unterrichten, auf die die Schülerinnen und Schüler von sich aus jetzt nicht so gekommen wären und gesagt hätten: „Nö, da hab ich jetzt nicht so Lust drauf“. Aber dann muss man Wege finden, sie mitzunehmen und das müssen sie auch spüren, finde ich. Das ist das Wichtigste.

Was machen Sie, wenn Sie mal nichts mit der Schule zu tun haben?

Wenn ich nichts mit der Schule zu tun habe, bin ich meistens im Vonovia-Ruhrstadion in Bochum. Nein, ich übertreibe ein bisschen. Ich verfolge natürlich den VfL Bochum sehr doll, aber auch nicht extrem. Aber ich nutze das hier ganz gerne, um gute Stimmung zu erzeugen. Ja, am Fußball bin ich sehr interessiert auf jeden Fall, das mache ich gerne. Ein bisschen Sport mache ich auch tatsächlich, auch wenn man es mir nicht immer ansieht, aber das mache ich schon sehr gerne. Sonst treffe ich mich wie andere Leute auch, ganz gerne mit Freunden.

Welchen Rat würden Sie jedem Schüler und jeder Schülerin geben?

Also erstmal würde ich versuchen, die Dinge, auf die ich richtig Lust habe, wirklich zu verfolgen, mir nicht so oft sagen zulassen, was man alles nicht schaffen kann. Das ist, glaube ich, auch eine ganz wichtige Idee, gerade in meinem Alter war es früher so, dass man gesagt hat, jede Unterbrechung im Lebenslauf wird ganz schwierige Folgen haben und so weiter. Jetzt würde ich das alles, glaube ich, ein bisschen entspannter sehen. Ich würde unbedingt darauf hinweisen, dass man die Dinge verfolgt, auf die man richtig Lust hat, denn die sollte man idealerweise auch zu seinem Beruf werden lassen.

Seit wann sind Sie schon VfL Bochum-Fan, wie sind Sie dazu gekommen und was mögen Sie besonders an dem Verein?

Das ist eine besonders spannende Geschichte, das war tatsächlich – ich überlege gerade – in eurem Alter, das heißt, ich war ungefähr 16 oder 17. Zu der Zeit habe ich mit den verschiedensten Leuten Fußball gespielt und ein Mensch davon ist, seitdem er 6 war, VfL Bochum Fan. Der kommt auch aus Hamburg und der ist Bochum Fan geworden, weil sie, nachdem sie abgestiegen sind, trotzdem noch mit ihren Fans gefeiert haben. Und dann hat er seinen Papa gefragt: „Warum feiern die denn jetzt noch? Die haben doch verloren.“ Und dann meinte sein Papa: „Jaja, die sind aber stolz auf ihre Mannschaft. Die haben heute gewonnen und sind zwar abgestiegen, aber trotzdem“. Und dann meinte er zu seinem Vater: „Ich bin jetzt VfL Bochum Fan“, und dann hat der Vater gesagt: „Jaja, klar …“. Aber als er sich dann 2 Jahre später mit seinem eigenen Taschengeld ein VfL Bochum Trikot in einem Shop gekauft hat, da wurde das dann ernst. Der ist jetzt schon super lange Fan und hat uns dann quasi alle mitgezogen. Mittlerweile bin ich auch lebenslanges Mitglied beim VfL Bochum. Ich finde, dieser Verein ist unglaublich sympathisch und die Menschen vor Ort – also im Ruhrgebiet – sind, kann man ganz schwer erklären, sehr ehrlich auf jeden Fall und sagen einem sofort ins Gesicht, was sie denken. Und sie sind generell auch ein bisschen entspannter als die Norddeutschen. Deswegen finde ich, es ist ein sehr sympathischer Verein, anders als Gelsenkirchen und Borussia Dortmund. Das muss man hier auch noch mal sagen. 

Noch eine Frage an Bobbi Bolzer: Wo warst Du denn schon überall und was hast Du schon so Besonderes erlebt?

Bobbi Bolzer (Maskottchen des VfL Bochum)

Also ich muss jetzt für Bobbi Bolzer antworten, weil Bobbi Bolzer immer sehr schüchtern ist. Ich nehme ihn ja auch oft mit in den Unterricht und er hat so viele Ideen, aber immer wenn es in den Unterricht geht, dann hört er auf, sich zu melden und so weiter. Er denkt, er will den anderen ja nicht die richtigen Antworten wegnehmen. Bobbi Bolzer war zum Beispiel schon, und das ist eine sehr aufregende Geschichte, am Gardasee. Da war er unterwegs und hat schöne Fotos gemacht mit Herrn Schilling zusammen, die beiden sind ja auch gute Freunde. Jetzt war er tatsächlich im Urlaub auch schon in Dänemark. Da hat er sich auch auf eine Düne gesetzt, hat da Bilder gemacht und das sehr genossen. Das nächste Reiseziel, wo er hin möchte, ist Prag. Da habe ich ihm schon gesagt, dass wir da auf jeden Fall zusammen hinfahren. Das wird jetzt im September stattfinden. Und vorher vielleicht noch nach Portugal, das haben wir auch auf der Liste. Also Bobbi Bolzer mag auch warme Gebiete, aber ich habe mir überlegt, dass er in seinem Leben noch ganz viele Orte kennenlernen wird.

Vielen Dank für das Interview!

Exkursion zum NDR–Studio Norderstedt

„Interessante Einblicke und ein unvergessliches Erlebnis“Mit diesen Worten beschreiben die Mitglieder unserer Schülerzeitung unseren Ausflug zum NDR-Studio in Norderstedt. Weiterlesen

Gender Pay Gap-Weltfrauentag special

Anlässlich des Weltfrauentages geht es in diesem Artikels um den Verdienstabstand pro Stunde zwischen Mann und Frau, auch Gender Pay Gap genannt. Zum einem werde ich erläutern, was der Begriff eigentlich bedeutet, in welchen Bereichen die größten Unterschiede liegen, warum es diese Unterschiede überhaupt gibt, welche Auswirkungen es auf die Frauen hat und wie man dagegen vorgehen könnte.

 Was bedeutet Gender Pay Gap eigentlich?

Wörtlich übersetzt bedeutet Gender Pay Gap Geschlechtsspezifisches Lohngefälle. Es geht um die durchschnittlichen Bruttoverdienste (Brutto = vor Abzug der Steuern) pro Stunde zwischen Mann und Frau.

Es wird zwischen den bereinigten und unbereinigten Lohnlücken unterschieden.

Der bereinigte Gender Pay Gap misst den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit identischen Lebensläufen, Tätigkeiten und Qualifikationen. Der bereinigte Gender Pay Gap liegt bei 7% (Stand : 30.01.2023). Frauen verdienen also 7% weniger pro Stunde.

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht die durchschnittlichen Stundenverdienste von Frauen und Männern ohne jegliche Anpassung. Es ist also unbedeutend, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten, häufiger in schlechter bezahlten Berufen arbeiten oder seltener Führungspositionen bekommen als Männer. Der unbereinigte Gender Pay Gap lag 2020 bei 18%. Frauen verdienen im Jahr 2023 18% (durchschnittlich 4 Euro) weniger pro Stunde.

 In welchen Bereichen gibt es die größten Unterschiede?

Im Bereich Produktmanagement verdienen Frauen im Jahr 12.000 Euro weniger als Männer, generell in dem MINT-Berufen ist der Unterschied groß.Bei Ärztinnen und Medizinerinnen liegt der  Unterschied bei circa 30.400 Euro im Jahr. Im Gesundheitswesen sind das ungefähr 30%. Auch in den Finanzen, Versicherungen und im Banking ist die Abstufung groß: circa 19.600 Euro im Jahr. Dort verdienen Frauen circa 32% weniger als Männer. Die Ausnahme sind die Postdienste, in denen Frauen 2% mehr als Männer in der Stunde verdienen.

 Wie kommt es überhaupt zu solchen Unterschieden?

Abgesehen davon, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Berufen arbeiten, seltener Führungspositionen erlangen oder in Berufen mit einem geringeren „Anforderungsniveau“ tätig sind , spielt die fehlende Transparenz bei der Entgeldfindung und nicht diskriminierungsfreie Tarifverträge eine wichtige Rolle. Auch das veraltete Rollenbild, welches in unserer Gesellschaft immer noch eine Rolle spielt, führt dazu, dass Frauen in den gleichen Berufen weniger verdienen. Zudem kommt, dass Frauen oft andere Prioritäten haben und im Verhandeln, wenn es um eine Gehaltserhöhung geht, oft nicht gewinn erbringend sind. Dabei muss man bedenken, dass man als Frau direkt als zickig, unangenehm oder aufmüpfig eingestuft wird, sobald man Forderungen stellt. Männer hingegen werden als selbstbewusst und ehrgeizig wahrgenommen. Oftmals haben Frauen aufgrund sogenannter Care-Arbeiten (Pflege von Bekannten, Betreuung der Kinder) weniger Zeit und arbeiten deshalb in Teilzeit.

 Auswirkungen und Folgen für Frauen und für die Gesellschaft

Frauen verdienen weniger und bekommen folglich eine geringere Pension und weniger Arbeitslosengeld. Gerade Rentnerinnen mit einem geringen Gehalt leiden darunter, generell das Armutsrisiko ist für Frauen deutlich höher. Auch die Arbeitsmotivation der Frauen kann darunter leiden, wenn sie sehen, dass Männer in dem gleichen Beruf mehr verdienen.

  Gender Pay Gap einschränken

-kostenlose Kinderbetreunungsmöglichkeiten                                                            -Verbot von ungleicher Bezahlung in denselben Berufen                                         -Gerechtere Verteilung der Arbeitszeit                                                                         -Innerhalb einer Partnerschaft müssen die Aufgaben (Haushalt,Putzen,Kochen,Kinder etc.)  gerecht aufgeteilt werden                         -Care Arbeit könnte bezahlt werden bzw. aufgeteilt werden. (In der Elternzeit bezahlt werden, denn es entsteht mit der Zeit eine Einkommenslücke)

 

 

Frauen der Geschichte

Jeder kennt Frauen wie Kleopatra , Königin Viktoria oder Katharina die Große, aber es gibt auch andere Frauen, die nicht ganz so bekannt sind und trotzdem in den Geschichtsbüchern seien sollten.  In diesem Artikel werden deswegen eher unbekanntere Frauen kommen, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen haben.

Tomyris Hatun

Sie war eine Königin der südöstlich des Aralsees siedelnden Massageten, gegen sie wurde 530 v.Chr. einen Feldzug unternommen von Perserkönig Kyros den Zweiten, der in diesem fiel. In Herodots (griechischer Schriftsteller) Bericht, schrieb er, das Kyros das Reich von Tomyris einnehmen wollte, nachdem sie Witwe und Alleinherrscherin geworden war. Und dies sogar anfangs friedlich, denn er machte ihr einen Heiratsantrag, den sie ablehnte. Woraufhin er den Feldzug unternahm. Als er schließlich am Fluss Jaxartes ankam, übermittelte sie ihm das Angebot, dass er entweder drei Tagesmärsche in ihr Reich vorrücken oder umgekehrt ihr ebenso ein weiten Vorsprung in sein reich erlauben sollte. Damit dann die Entscheidungsschlacht geführt werden kann. Schlussendlich rückte Kyros vor und lockte einen Drittel ihrer Armee in eine Falle. Bei einem der Überfälle wurde auch ihr Sohn gefangen genommen. Aus Scham begann er Selbstmord. Bevor Tomyris davon erfahren konnte, forderte sie seine Freilassung und drohte, das wenn ihr Sohn nicht frei gelassen werden würde, sie die Blutrünstigkeit des Königs sättigen würde. Kyros allerdings ignorierte diese Drohung und rüstete sich weiter zum Kampf. Im Kampf gegen Tomyris fiel er schlussendlich und sie machte ihre Drohung war.

 

Theodora Kaiserin von Byzan

Theodora wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater, welcher früh verstarb, war Tierwärter und ihre Mutter Schauspielerin. Dadurch das ihre Mutter Schauspielerin war, verbrachte  Theodora viel Zeit am Theater und arbeitete dort auch, angeblich arbeitete sie auch als Prostituierte neben dem Schauspielern, bevor sie dann von einem Liebhaber nach Alexandria gebracht wurde. Leider wurde sie dort von ihm zurückgelassen. Dort wurde sie dann von einer Christengemeinde bekehrt und bekam die Möglichkeit nach Hause nach Byzanz  zu gehen. In Byzanz arbeitet sie damals als Spinnerin und mit 25 begegnete sie Justinian, den Neffen des Kaisers. Er brachte seinen Onkel dazu das Gesetz, welches Justinian verbot Frauen mit zweifelhaften Ruf zu heiraten, aufzuheben, um Theodora zu heiraten. Schließlich bestieg am 1. April 527 das Paar den Thron.

Während ihrer Regentschaft war sie immer eine ebenbürtige Mitregentin und verbesserte die Lage vieler Frauen. Zum Beispiel kümmerte sie sich darum das Frauen einen eigenen Besitz haben durften. Die Scheidungsgesetze wurden geändert und die Schauspielerei war kein geächteter Beruf mehr. Sie verteidigte den Thron und gewann auch eine blutige Schlacht gegen die Aufständigen. Als Theodora starb ließ Justinian ihr ein Denkmal errichten in Form wunderbarer  Mosaiken. Diese sind in der Kirche San Vitale zu Ravenna abgebildet, wobei das Paar als Vorbild für Machtbewusstsein, Schönheit und Wohltätigkeit steht.

 

Nzinga Mbandi – Königin aus Angola

Sie ist eine Nationalheldin in Angola, dort hat sie nämlich während der Kolonialzeit (17. Jahrhundert) Politik mit den Kolonialmächten auf Augenhöhe gemacht und Briefe mit dem Papst ausgetauscht.

Nzinga Mbandi regierte über das Königreich Ndongo und das benachbarte Königreich Matamba, was heute Angola heißt. Bekannt wurde sie dadurch, das sie den portugiesischen Invasoren zweieinhalb Jahrzehnte Widerstand leistete. Als die Portugiesen die Hauptstadt Ngolas einnahmen organisierte sie den Widerstand und verbündete sich dann später mit dem holländischen Konkurrenten Portugals im Sklavengeschäft. Sie hatte ihr Leben lang wechselvolle Siege und Niederlagen und starb schließlich im Alter von 80  Jahren (1663). Ihr Königreich Matamba war bis dahin unabhängig und sie galt bei vielen afrikanischen Völkern später als Symbol für Kampf,Freiheit und der Unabhängigkeit. Nur leider konnte sie den Weg der Portugiesen ins Landesinnere nicht aufhalten.

Nachwort

Wenn man gerne mehr über die bestimmten Frauen lesen/hören möchte kann man unten den Quellen folgen wobei eine sogar zu einem ungefähr 30 minütigen Video führt.

Quellen:

Tomyris – Wikipedia

https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/theodora

Nzinga Mbandi – Königin aus Angola, die den Kolonialisten trotzt – COSMO Lost Sheroes – COSMO – Podcasts und Audios – Mediathek – WDR

Nzinga of Ndongo and Matamba – Wikipedia

„International Women’s Day: Unnecessary celebration or essential reminder?“ – Rede aus dem Englischunterricht

Im Rahmen des Englischunterrichts im Sprachprofil der Q1 haben wir letzte Woche die Aufgabe bekommen, ein Skript für eine Rede zum Weltfrauentag zu schreiben, die den Titel „International Women’s Day: Unnecessary celebration or essential reminder“ tragen sollte. Dieser Arbeitsauftrag stellte einen Abschluss zu unserem Thema der letzten Monate dar, in denen wir uns unter anderem mit Sexismus und Feminismus beschäftigt hatten. 

Anlässlich des Weltfrauentags und unserer Sonderausgabe hierzu habe ich mich also entschlossen, meine im Englischunterricht entstandene Rede hier zu veröffentlichen. 

 

„Ladies and gentlemen, dear fellow students, 

I am honored to be here today and talk to you about a topic that I believe is needed to be spoken about. Even though it is 2024 and maybe even because of that: Feminism. 

Have you ever had a conversation with someone who would say things like „Women have it so much better nowadays, we don’t even need feminism!“ or „Why isn’t there an international men’s day?“ when talking about gender equality? If not, you probably are the kind of person to make such statements. 

And I am not even trying to deny that there has been a lot of movement regarding the equality of the genders over the past decades. But if there really were full equality of men and women, why do women still fear going out in the dark alone while men do not? Why do we tell little girls that the boy who is kicking them in kindergarten simply likes them and they should keep up with it? And why do we still see mainly male CEOs and doctors but female nurses and elementary school teachers? Shouldn’t these jobs be split equally in an equal society? The answer to this is simple: Because every other day than March 8th the women of this world aren’t internationally celebrated, while the men are. 

And it’s not even just these smaller inequalities in our everyday life. I can see that feminism could seem unnecessary to someone who, for example, grew up with a mother who worked a full-time job or knows plenty of women who study and work in academically challenging fields. 

I would also say that I, myself, definitely have a lot of opportunities and chances in life, maybe even just as much as a boy my age who grew up in similar life circumstances like me. 

But it is called International Women’s Day for a reason. I am talking about the bigger picture. Because if we really wouldn’t need feminism anymore, why are there still so many girls and women in the world who aren’t allowed to work or get an education? And thousands of girls and women who get raped or murdered on a daily basis? I know that these are extreme examples, but sadly they are true ones as well. And they show us how important feminism always has been and still is. And only by not stopping to talk about gender equality and being feminist, because we have the option to be, even if don’t always see the need of it right away, we can take a step closer to world wide fairness. 

So, to come back to the question from the start: The International Women’s Day is definitely still an essential reminder in 2024 and needed in order to accomplish a more equal world. And the more steps we take on this path the more important it is to remember the true goal of feminism. 

Let us all celebrate the International Women’s Day for a better present and future!

Thank you very much for your attention.“ 

Die Farbe Pink

Am achten März ist Weltfrauentag, weshalb wir als Freigeist-Redaktion uns dazu entschlossen haben, eine Sonderausgabe zu Ehren dieses internationalen Feiertages über den Monat hinweg rauszubringen. Es soll in dieser gesonderten Ausgabe um weibliche Heldinnen, Idole, den Feminismus im Allgemeinen und vieles mehr gehen. Da sich die Artikel von unseren restlichen Beiträgen abheben sollen, haben wir in der Redaktion darüber diskutiert, die Artikel mit einem pinken Symbol oder Rahmen zu kennzeichnen. Diesen Vorschlag haben wir dann aber zunächst wieder verworfen, da wir die Reproduktion weit verbreiteter Stereotype in unserer Online-Zeitung vermeiden wollten. Aber warum eigentlich? Was steckt eigentlich hinter der Farbe Pink und der Verbindung zum weiblichen Geschlecht? Und warum haben wir uns letztendlich doch dazu entschieden, diese Farbe als Kennzeichen für unsere Sonderausgabe zum Weltfrauentag zu nutzen?

Die Geschichte hinter der Farbe Pink

Obwohl wir Pink heutzutage meistens direkt mit Mädchen und Frauen assoziieren (nicht zuletzt wegen der pinken und blauen Babykleidung für Jungen und Mädchen oder Filmen wie Barbie, die Pink in Verbindung mit Frauen geradezu glorifizieren), war das längst nicht immer so. Während es im 18. Jahrhundert noch keine gesellschaftlich anerkannten „Jungen- und Mädchenfarben“ gab, galt im 19. Jahrhundert Pink sogar als die maskulinere von beiden Farben. Pink bzw. Rosa wurde als eine hellere Form von Rot mit Stärke, Aggressivität und Leidenschaft in Verbindung gebracht; Eigenschaften, die stereotypisch eher als „männlich“ angesehen wurden. Ende des 19. bzw. Anfang des 18. Jahrhunderts hatte sich diese Ansicht in der Gesellschaft noch weiter verstärkt: Pink wurde nun als eine stärkere und dominantere Farbe gezielt für Jungen vermarktet und Blau als eine sanftere und zurückhaltendere Farbe für Mädchen. 

Als es dann in den späten 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts zu immer mehr regionalen Unterschieden in den USA in der Vermarktung von Kleidung für Jungen und Mädchen gab, entschied man sich Anfang der 30er-Jahre dazu, von nun an Pink für Mädchen und Blau für Jungen zu übernehmen. Einen wirklichen bekannten Auslöser dieser Änderung gibt es nicht. Von einigen wird diese Entwicklung allerdings mit den berühmten Gemälden „Blue Boy“ (Thomas Gainsborough/1770)  und „Pinkie“ (Thomas Lawrence/1794) in Verbindung gebracht.  Seitdem wird in unserer Gesellschaft somit Blau mit Jungen und Pink/Rosa mit Mädchen assoziiert. Erst Ende der 90er bzw. Anfang der 2000er erleben wir eine Gegenbewegung, in der Männer sich immer weniger für das Tragen pinker Klamotten rechtfertigen müssen und auch für Frauen und Mädchen ist das Tragen blauer Klamotten heutzutage normalisiert. Doch die unweigerlichen Assoziationen der beiden Farben mit den Geschlechtern bleibt nach wie vor bestehen. Also, warum ist das Ganze überhaupt problematisch?

Die Problematik

Man könnte natürlich argumentieren, dass es an sich nicht schlimm wäre, dass man Pink eben den Mädchen und Blau den Jungen zuteilt. Doch das Problem an der ganzen Sache liegt viel eher darin, dass beide Farben in Verbindung mit den jeweiligen Geschlechtern gewissen Vorurteilen unterliegen. Pink wird als eine feminine und kindliche Farbe angesehen, wodurch häufig auch, insbesondere aufgrund von Stereotypen mit langer Geschichte, Schwäche und Unterlegenheit assoziiert werden. Laut einer psychologischen Studie der Universitäten Liverpool und Prag aus 2010 wird mit der Farbe auch Unprofessionalität, Dummheit und Passivität in Verbindung gebracht. Dieses Frauenbild entspricht natürlich nicht der Wahrheit, ist heute längst überholt und sollte durch eine Farbe nicht weiterleben. Doch die ganze Last, die auf der Farbe Pink liegt, reicht nicht aus, um die Verbindung, die wir zwischen der Farbe und dem weiblichen Geschlecht herstellen, zu lösen. Aus diesem Grund sehen wir auch immer noch pinke Kinder-Kleidung, pinkes Spielzeug, Gender-Reveal Videos, in denen pinkes Konfetti im Ballon oder pinke Creme in der Torte verraten, dass die Eltern ein Mädchen erwarten, und auch pinke Symbole zum Weltfrauentag, obwohl dieser doch eigentlich gegen das Weiterleben von Klischees über das weibliche Geschlecht und für Feminismus gedacht ist, oder?

Pink als Protest-Farbe

Die Geschichte und die Assoziationen hinter der Farbe Pink mögen zwar viele negative weibliche Stereotype fördern, doch mittlerweile wird Pink auch häufig als ein Symbol von Feminismus verwendet. Nur durch eine positive und emanzipierte Verwendung der Farbe kann man sich von den alten Verwendungen lösen. Filme wie Barbie, in denen Feminismus und das Tragen von Pink miteinander vereint werden, geben der Farbe eine feministische Bedeutung. Wenn wir uns dazu entscheiden würden, Pink gar nicht mehr zu verwenden, würde die Farbe weiterhin nur als unseriös und unprofessionell empfunden werden. Wenn wir uns aber dazu entscheiden, einer eher negativ belasteten Farbe bewusst eine neue, positive Bedeutung beizumessen, kann man Pink durchaus als ein Symbol für Feminismus betrachten. Genau das möchten wir auch mit unserer Sonderausgabe tun und deswegen haben wir uns dazu entschieden, unsere Artikel zum Monat des Weltfrauentages mit einem pinken Symbol zu kennzeichnen und damit ein feministisches Zeichen zu setzen.

Quellen

CNN Artikel „The complicated gender history of the color pink“

pink-barbie-kultugeschichte-farbe

Wieso-Sie-in-Braun-und-Pink-weniger-intelligent-wirken.html

 

Über 3 Millionen Teilnehmende an Demos gegen Rechts

In den vergangenen Wochen haben in ganz Deutschland viele kleine und große Demos gegen Rechtsextremismus in unserem Land stattgefunden. Hintergrund hierfür waren unter anderem der Zuwachs der rechten Partei AfD in aktuellen Umfragewerten, aber auch die Veröffentlichung von Recherchen des Netzwerks „Correctiv“ zu einem Geheimtreffen in Potsdam von AfD-Politiker*innen und anderen Rechtsextremen. Laut aktuellen Angaben des RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) sind im Zeitraum vom 10. Januar bis zum 11. Februar ca. 3,3 Millionen Menschen für die Demokratie und gegen den Rechtsextremismus in Deutschland auf die Straße gegangen. 

Über 100.000 Menschen gegen Rechts in Hamburg

Auch in Hamburg haben bereits mehrere Demonstrationen gegen Rechts stattgefunden, unter anderem die bislang wohl größte Demo in ganz Deutschland mit ca. 180.000 Menschen am 19. Januar (aktuelle Angaben des RND, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, s. Quellen). 

Ich sowie einige andere Schüler*innen und Lehrer*innen des LGN haben an dieser Demo in Hamburg teilgenommen.

Die Veranstaltenden hatten vor der Demo wohl nur mit etwa 10.000 Personen gerechnet, weshalb die Versammlung wegen Überfüllung frühzeitig abgebrochen werden musste. Ursprünglich sollte die Demo außerdem auf dem Rathausplatz stattfinden, da allerdings kurzfristig eine Sitzung von AfD-Politiker*innen im Hamburger Rathaus einberufen wurde, musste ein Sicherheitsabstand zum Gebäude gewährleistet werden. Dementsprechend versammelten sich die Demonstrierenden um die Binnenalster am Jungfernstieg. Wegen des großen Gedränges wurden die Teilnehmenden dann nur anderthalb Stunden nach Beginn der Demo um 15:30 Uhr darum gebeten, den Platz langsam und vorsichtig zu verlassen. Dennoch blieben viele Demonstrant*innen noch nach 17:00 Uhr und trotz der kalten Temperaturen von etwa 2º C um die Binnenalster versammelt. 

Vor, während und nach der Demonstration war auch der Hamburger ÖPNV extrem überfüllt. Vollgestopfte Bahnen, überfüllte Busse und überall Menschen, die sich aufgrund der vollen Straßen und Bahnen dazu entschieden hatten, zur Demo zu laufen. Doch trotz all dieser Unannehmlichkeiten, des überfüllten Verkehrs, der kalten Temperaturen und des großen Gedränges bei der Demo, berichten viele Demonstrierende von einem extrem positiven Gefühl von Zusammenhalt und Demokratie und sprechen sich z. B. auf Social Media für diesen Aktivismus gegen Rechts aus. 

Demonstration in Norderstedt

Auch in Norderstedt hat am 02. Februar 2024 eine Demo gegen Rechts stattgefunden, an der ungefähr 2000 Personen teilgenommen haben sollen. Auf einer kleinen Bühne beim Rathausmarkt kamen verschiedene Redner*innen zu Wort. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Lesben- und Schwulenverband in Norderstedt. Unter dem Motto „5 vor 33“ konnte man trotz des schlechten Regenwetters und eines weiteren Bahnstreiks Familien, Jugendliche, Rentner*innen und viele weitere Menschen in Norderstedt Mitte antreffen. 

Auch bei dieser Demo lag ein sehr familiäres Gefühl von Zusammenhalt in der Luft und von den Teilnehmenden erfährt man eine große positive Resonanz bezüglich der Demos in ganz Deutschland. 

Deshalb werden wir wohl auch in den kommenden Wochen mit vielen weiteren kleinen und großen Demos für die Demokratie und gegen den Rechtsextremismus in Deutschland rechnen dürfen.

Quellen

Wer noch mehr über die Hintergründe der aktuellen Demonstrationen in Deutschland erfahren möchte, kann sich z. B. unter folgenden Links näher informieren: 

Geheimtreffen in Potsdam:

Demonstrationen in Deutschland

Aktuelle Debatte: AfD-Verbot in Deutschland 

afd-verbot-102.html

 

Quellen zum Bericht (Letzter Zugriff auf alle aufgelisteten Quellen: 12.02.2024) 

Kieler Nachrichten

RND

Tagesspiegel 

NDR

Tagesschau

Frau Peters, die Schulleiterin des LGN

Seit einem halben Jahr hat das LGN eine neue Schulleiterin. Wir haben Frau Peters interviewt und viel über sie und den Beruf gelernt.

Stellen Sie sich doch erst einmal vor:

  Meine Name ist Marika Peters, ich bin 52 Jahre alt und wohne in Hamburg. Ich habe eine Familie mit einen Sohn, der fünfzehn Jahre alt ist. Ich war zuletzt am Wolfgang-Borchert-Gymnasium in Halstenbek und habe mich dann irgendwann entschlossen tatsächlich Schulleiterin werden zu wollen und das hat dann gleich auch mit der ersten Bewerbung hier geklappt.

Was ist Ihnen aus Ihrer früheren Schulzeit noch in Erinnerung geblieben?

  Ich glaube, da geht es mir nicht anders als vielen anderen Kolleginnen und Kollegen. Das sind bestimmte Lehrkräfte, die es geschafft haben, mich zu motivieren, bestimmte Dinge zu tun, mich selbständiger gemacht haben und mir mit Spaß so manches Wissen beigebracht haben. Man kann sagen, sie haben mir geholfen meinen Weg im Leben zu finden.

Es waren aber auch durchaus außerunterrichtliche Dinge wie Klassenfahrten. Deswegen weiß ich auch um die Bedeutung dieser Dinge.

Was waren früher Ihre Lieblingsfächer?

Auf jeden Fall Sport und Französisch. Deutsch gehört auch noch dazu. Und das Fach, welches hier WiPo heißt, hat mich auch sehr interessiert.

Als was waren Sie denn vorher tätig?

  Ich war klassischerweise immer Lehrerin, bin dann vor ca. 13 Jahren Oberstufenleiterin geworden, sowie Herr Sterner hier. Damit war ich dann auch Teil der Schulleitung.

Also Traumberuf Lehrerin?

  Nicht ganz, nach dem Abitur wusste ich erstmal gar nicht, was ich machen sollte. Ich mochte sehr gerne Sport und Französisch. Dann bin ich erst einmal ins Ausland gegangen und während des Auslandsjahres ist mir dann klar geworden, dass ich Lehrerin werden möchte.

Was sind die Aufgaben als Rektorin?

  Es ist im Prinzip die Kommunikation mit ganz unterschiedlichen Gremien, mit der Schülerschaft, mit den Eltern, mit der SV, mit dem Kollegium und mit der Schulleitungsrunde.

Da werden Projekte angestoßen, Ideen entwickelt oder Konflikte gelöst. Die Hauptaufgabe sehe ich momentan darin, all das zu koordinieren, mit allen Gremien zu sprechen und alle auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Um so Lösungen und Ideen zu finden. Diese müssen teilweise noch weitergetragen werden, weil das eine oder andere Gremium noch zustimmen muss. Da ist sich vorzustellen, wie lange die Umsetzung einer Idee dauern kann.

Ansonsten ganz konkret ist es natürlich die Unterrichtsversorgung. Dafür zu sorgen, dass das Kollegium hier gut und zufrieden arbeiten kann, dass erst einmal genug Kollegen da sind, um alle Unterrichtsfächer abzudecken und dann den Unterrichtsbetrieb im Prinzip am Laufen zu halten.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?

   Das sind so vielfältige Sachen. Momentan bin ich ja tatsächlich auch noch in der Anfangsphase, dass heißt ich lerne erstmal ganz viel kennen. Was mir sehr gut gefällt, ist dieses breite Angebot und diese unterschiedlichen Aufgaben, das heißt die Arbeit mit den Schülern, etwas weniger Unterrichtsarbeit natürlich,  mit den Eltern, mit den Kollegen, sowie die Arbeit mit den anderen Schulen in der Umgebung zusammen. Es ist die Vielfalt, die mich tatsächlich interessiert und auch der Anspruch. Es macht mir durchaus auch Freude, Konflikte zu lösen und die hat man nicht selten.

Wo wollen Sie in Zukunft am LGN Schwerpunkte setzen?

  Ja, wie gesagt bin ich noch in dieser Anfangsphase, in der ich bereits viel Gutes kennengelernt habe. Zum Beispiel den Schwerpunkt Musik.

Ich sehe aber auch, dass wir durchaus den Schülerinnen und Schülern, die nicht so Musik interessiert sind, Angebote außerhalb des Unterrichts machen sollten. Das können zum Beispiel Sportangebote sein. Ich glaube, dass hier mit der neuen SV durchaus eine Kultur vorhanden ist, um außerunterrichtliche Aktivitäten wie ein Schulfest, Turniere und so weiter zu organisieren.

Außerdem müssen wir uns im Kollegium mit den Herausforderungen der Digitalisierung weiter auseinandersetzen und ihnen gerecht werden, sodass wir zuverlässig und sinnvoll mit digitalen Medien im Unterricht arbeiten und diese nicht nur Schreibmedien sind. Wir müssen es zu unserer Aufgabe machen, Technik,  Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Digitalität zu vermitteln und das bedarf Schulungen und einer Offenheit des Kollegiums. Das ist für mich selbstverständlicher Teil eines modernen Gymnasiums. Ebenso selbstverständlich ist für mich die Unterrichtsentwicklung auf der Basis moderner Erkenntnisse: Problemlösendes Lernen mit offenen, funktionsorientierten Unterrichtsformen möchte ich als Leitlinie unserer Schule sehen. 

Auf was freuen Sie sich in der Zukunft?

  Grundsätzlich freue ich mich, das LGN mit all seinen Besonderheiten weiter kennenzulernen, selbst neue Kenntnisse im Bereich der Führung und der Verwaltung zu erwerben  und Projekte und Veränderungen im Sinne einer schülerorientierten Schul- und Unterrichtsentwicklung anzustoßen und deren Erfolge erkennen zu können! 

Was möchten Sie zum Schluss noch sagen?

  Ich fühle mich hier sehr wohl und aufgenommen von allen Gremien. Ich gehe hier durch die Schule und habe den Eindruck, dass Schülerinnen und Schüler sich sehen, dass aber auch die Lehrerinnen und Lehrer die Schülerinnen und Schülerinnen sehen und mit sehr viel Engagement hier arbeiten. Das ist eine sehr gute Basis für jede weitere Arbeit! Wir sind eine strukturell und personell sehr gut aufgestellte Schule und haben eine tolle Schülerklientel. Ich freue mich sehr hier arbeiten zu können!

 

Herzlichen Dank für das Interview!

Das 4. Advents-Spezial

Zum vierten Advent möchten wir euch eine kurze Weihnachtsgeschichte zeigen. Viele kennen bestimmt den Disney Film Fronen –  aber kennen Sie auch das ursprüngliche Märchen, was dahinter steckt?

 

Die Schneekönigin
Seht, nun fangen wir an. Wenn wir am Ende der Geschichte sind, wissen wir mehr als jetzt, denn es war ein böser Zauberer, einer der allerärgsten, es war der Teufel! Eines Tages war er recht bei Laune, denn er hatte einen Spiegel gemacht, welcher die Eigenschaft besaß, dass alles Gute und Schöne, was sich darin spiegelte, fast zu Nichts zusammenschwand, aber das, was nichts taugte und sich schlecht ausnahm, das trat hervor und wurde noch ärger. Die herrlichsten Landschaften sahen wie gekochter Spinat darin aus, und die besten Menschen wurden widerlich oder standen auf dem Kopfe ohne Rumpf, ihre Gesichter wurden so verdreht, dass sie nicht zu erkennen waren, und hatte man einen Sonnenfleck, so konnte man versichert sein, dass er sich über Nase und Mund ausbreitete. Das sei äußerst belustigend, sagte der Teufel. Fuhr nun ein guter, frommer Gedanke durch einen Menschen, dann zeigte sich ein Grinsen im Spiegel, so dass der Zauberteufel über seine künstliche Erfindung lachen musste. Alle, welche die Zauberschule besuchten, denn er hielt Zauberschule, erzählten rings umher, dass ein Wunder geschehen sei; nun könne man erst sehen, meinten sie, wie die Welt und die Menschen wirklich aussehen. Sie liefen mit dem Spiegel umher, und zuletzt gab es kein Land oder keinen Menschen, welcher nicht verdreht darin gewesen wäre. Nun wollten sie auch zum Himmel selbst auffliegen, um sich über die Engel und den lieben Gott lustig zu machen. Je höher sie mit dem Spiegel flogen, um so mehr grinste er, sie konnten ihn kaum festhalten; sie flogen höher und höher, Gott und den Engel näher; da erzitterte der Spiegel so fürchterlich in seinem Grinsen, dass er ihren Händen entflog und zur Erde stürzte, wo er in hundert Millionen Stücke zersprang. Da gerade verursachte er weit größeres Unglück als zuvor, denn einige Stücke waren so groß als ein Sandkorn, und diese flogen rings herum in der weiten Welt, und wo Leute sie in das Auge bekamen, da blieben sie sitzen, und da sahen die Menschen Alles verkehrt, oder hatten nur Augen für das Verkehrte bei einer Sache, denn jede kleine Spiegelscherbe hatte dieselben Kräfte behalten, welche der ganze Spiegel besaß. Einige Menschen bekamen sogar eine kleine Spiegelscherbe in das Herz, und dann war es ganz gräulich; das Herz wurde einem Klumpen Eisen gleich. Einige Spiegelscherben waren so groß, dass sie zu Fensterscheiben gebraucht wurden, aber durch diese Scheiben taugte es nichts, seine Freunde zu betrachten. Andere Stücke kamen in Brillen, und dann ging es schlecht, wenn die Leute diese Brillen aufsetzten, um recht zu sehen und gerecht zu sein. Der Böse lachte, dass ihm beinahe der Bauch platzte, und das kitzelte ihn angenehm. Aber draußen flogen noch kleine Glasscherben in der Luft umher. Nun werden wir`s hören.

Autor: Hans Christian Andersen

 

Wir wünschen Ihnen frohe und besinnliche Weihnachten!

 

Quelle:

https://www.weihnachten.me/weihnachtsunterhaltung/weihnachtsgeschichten/84

Weihnachtsgedicht zum dritten Advent

Anlässlich unseres diesjährigen Advents-Specials haben wir auch am dritten Advent wieder ein Weihnachtsgedicht für Euch und Sie rausgesucht. Das heutige Gedicht habe ich ausgesucht, weil es, meiner Meinung nach, obwohl es schon vor über 100 Jahren veröffentlicht wurde, immer noch auf unsere aktuellen Sorgen und Nöte in der Welt bezogen werden kann. Bei so viel Leid und Hass in der Welt wünschen wir uns am Ende des Jahres doch eigentlich nichts mehr als Frieden für alle. Deshalb möchte ich mit dem von mir ausgesuchten Gedicht auf die Besinnlichkeit und Ruhe, die die Weihnachtszeit für viele von uns mit sich bringt und die gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit oft zu kurz kommt, aufmerksam machen. Viel Spaß beim Lesen und einen besinnlichen dritten Advent!

Friede auf Erden

 

Wie ist die Welt so kalt!
Schneelast drückt schwer
Auf der Tanne Geäst,
Und traurig und sanglos
Kauern auf blattlosem Zweig
Hungernde Vögel.

So liegt auf den Völkern
Schneeschwer die eiserne Hand
Des Kriegsgottes, dem mehr wir opfern,
Als unsern Waisen und Armen,
Und traurig schaut das Auge
Ueber die Winterwelt der Menschheit.

Da horch! Wie Engelstimmen
Klingt aus dem hellen Kirchlein
Der Kinder Jubelchor:
Friede auf Erden!
Mir ziehts durch die Seele, als müßte
Der Frühling über die Völker kommen,
Der Frühling des Friedens.

 

von Johannes Brassel (1848 -1916) 

Quelle: weihnachtsgedichte-und-mehr.de