CSD dies, CSD das; aber was ist das eigentlich?

Der CSD, auch Christopher Street Day  genannt, ist eine große Demonstration, bei der man sich für die Rechte von schwulen und lesbischen, aber vor allem queeren Menschen im Allgemeinen einsetzt. Den Ursprung hat der CSD in New York; Amerika, dort fand der erstmalige CSD am 7. November 1970 statt. Im Jahr davor fand der Stonewall-Aufstand statt, bei diesem protestierten queere Menschen gegen die gewalttätigen Razzien der Polizei, die sich gegen Homosexuelle und Transmenschen richteten. Seither ist es Tradition, in New York am letzten Samstag des Junis mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis zu erinnern. Auch in vielen anderen Ländern ist es Tradition geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte queerer Menschen zu machen.

Im April 1972 fand die erste Aktion in Deutschland statt, die an einen heutigen CSD erinnert. Danach hat er sich immer weiterentwickelt. Heute gibt es in fast jeder großen Stadt einen CSD, aber auch in kleineren Städten finden sie mittlerweile statt. 

Auch in Norderstedt, dieser fand am 24.05.25 unter dem Motto „Macht den Regenbogen wetterfest – Queere Menschenrechte in die Verfassung“ statt. Alle weiteren Termine findet man unter dem Link https://www.csd-termine.de.

Aber was heißt denn jetzt queer, trans und homosexuell?

Der Begriff queer wird heutzutage verwendet, um Menschen zu benennen, die sich nicht als  heterosexuell, nonbinär oder cisgender identifizieren. Er bezieht sich auf Menschen, die sich nicht mit traditionellen Geschlechteridentitäten und Sexualitäten identifizieren. Geschlechteridentität bezieht sich auf das Geschlecht, mit dem man sich identifiziert. Es kann zum Beispiel sein, dass man als Mädchen geboren wird, aber irgendwann merkt, dass es nicht richtig ist und man sich als Junge oder nonbinär identifiziert. Nonbinär ist man, wenn man sich keinem Geschlecht, Junge oder Mädchen, zugehörig fühlt. Transsexuell ist man, wenn man sich nicht mit dem Geschlecht identifiziert, dass einem bei der Geburt zugeordnet wurde. Den Begriff „cis“ nutzt man , wenn man sich dem Geschlecht, das einem bei der Geburt zugeordnet wurde, zugehörig fühlt. 

Unter Sexualität versteht man, zu wem sich eine Person hingezogen fühlt. Es gibt viele verschiedene Arten von Sexualität, aber die häufigsten sind unter anderem:

-heterosexuell: Anziehung zum anderem Geschlecht als sich selbst

-homosexuell: Anziehung zum gleichen Geschlecht, wie sich selbst

-bisexuell: Anziehung zu beiden Geschlechtern

-pansexuell: Anziehung zu einer Person unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität

-asexuell: keine Anziehung zu irgendeiner Person

 

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Street_Day

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsidentität

Marsha P. Johnson – Pay it no mind

„Pay it no mind“ („Beachte es nicht“)

 

Diese Antwort erhielten nicht nur der Richter, der die Afroamerikanerin Marsha P. Johnson einst nach der Bedeutung des „P“s in ihrem Namen fragte, sondern auch alle Menschen, die sich nach ihrer geschlechtlichen Identität erkundigten. Der Satz wurde zum Lebensmotto der Transsexuellen, Dragqueen und vermutlich bis heute bedeutendsten LGBTIQ+ Aktivistin.

Geboren wurde sie im Jahr 1945 als Malcolm Michaels Jr. in Elizabeth, New Jersey in den USA. Sie war das fünfte von sieben Kindern der ärmlichen Arbeiterfamilie Michaels, ihr Vater arbeitete am Fließband einer Fabrik und ihre Mutter als Haushälterin. Bereits mit 5 Jahren begann Marsha P. Johnson, Frauenkleider zu tragen, hörte nach einigen Diskriminierungserfahrungen in der Schule und dem sexuellen Missbrauch durch einen 13-jährigen Jungen jedoch zunächst wieder damit auf.

Erst nachdem sie 1963 ihren Highschool-Abschluss machte und mit nicht mehr als 15 US-Dollar nach New York zog, war es ihr möglich, ihre Geschlechtsidentität offener auszuleben. In Bezug auf diese beschrieb sich Johnson selbst als Homosexuelle, Transvestitin und Drag Queen und verwendete die Pronomen sie/er. Der Begriff „Transgender“ wurde erst nach Johnsons Zeit allgemein benutzt und bekannt. Obwohl New York offener und vielfältiger war als Johnsons Heimatstadt, waren auch hier die Rechte von LGBTIQ+ Personen stark eingeschränkt. So durften Homosexuelle in der Öffentlichkeit beispielsweise nicht miteinander tanzen und in Bars oder Restaurants wurde ihnen kein Alkohol ausgeschenkt.

Als offen Homosexuelle, Transvestitin und Person of Color hatte Marsha P. Johnson es schwer, eine Arbeit zu finden und war so gezwungen, als Prostituierte unter dem Namen „Black Marsha“ ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie wurde häufig von Kunden missbraucht und etliche Male von der Polizei verhaftet, wobei sie selbst die Anzahl ihrer Verhaftungen auf etwa 100 schätzte.

Obwohl sie später zusätzlich als Kellnerin arbeitete und in Drag-Shows auftrat, hatte Marsha P. Johnson lange keinen festen Wohnsitz und schlief so entweder bei Freunden, in Hotels, Restaurants oder auf der Straße. Die Arbeit als Drag Queen aber stellte für sie eine sehr erfüllende Tätigkeit dar, die es ihr zum ersten Mal in ihrem Leben ermöglichte, zugleich jemand und sie selbst zu sein. Sie selbst sagte zu diesem Thema einst:

 

„I was no one, nobody, from Nowheresville until I became a drag queen“.

 

Kurz nach ihrem Umzug nach New York lernte Marsha P. Johnson, die damals 17 Jahre alt war, die 11-jährige Sylvia Riviera, ein puerto-ricanisches Transgender-Mädchen, kennen und die beiden wurden schnell gute Freunde. Marsha P. Johnson ermutigte Sylvia Riviera, zu ihrer Identität zu stehen und sich selbst so zu lieben, wie sie war. Auch mit ihrem einzigartigen Kleidungsstil, der aus farbenfrohen lustigen Outfits und Blumenkränzen bestand, die sie meist aus Secondhand-Läden erwarb, steckte sie ihre Freundin an.

Als am 28. Juni 1969 die „Stonewall-Unruhen“ stattfanden, änderte sich Johnsons Leben schlagartig von der Drag Queen hin zur Aktivistin. Am frühen Morgen dieses Tages führte die Polizei eine Razzia in der bekannten Schwulenbar „Stonewall In“ durch und begannen damit, die Gäste zu verhaften. Als Johnson wenig später eintraf, nahm sie eine führende Position im Protest der Gäste und der ansässigen LGBTIQ+ Community ein, die endlich gegen die Ungerechtigkeit und Gewalt, der sie ausgesetzt waren, ankämpfen wollten.

Aus den Stonewall-Unruhen folgten 1970 die erste Gay Pride Parade und die Entstehung von zahlreichen Schwulenrechtsgruppen, in denen anfangs auch Marsha P. Johnson aktiv war. Dazu gehörten beispielsweise die Gay Liberation Front und die Gay Activist Alliance. Der Ausschluss von Transgender- und LGBTIQ+ Personen of Color aus diesen Gruppierungen frustrierte sie jedoch und bewegte sie dazu, sich später aktiv gegen die Transphobie dieser Gruppierungen zu wenden.

Außerdem gründeten Johnson und Riviera 1970 die Transvestite Action Revolutionaries (STAR), die jungen Transgender-Personen half, die von ihren Familien gemieden oder verstoßen wurden. Das sogenannte STAR House diente hierbei als Ort, an dem sich transsexuelle Jugendliche ohne Unterkunft sicher aufhalten konnten. Da sich auch Johnson und Riviera selbst einen solchen Ort gewünscht hätten, als sie nach New York kamen, hatte das Projekt eine sehr wichtige und persönliche Bedeutung für sie.

Darüber hinaus lenkte Marsha P. Johnson als Mitglied der Drag-Gruppe „Hot Peaches“ immer mehr Aufmerksamkeit auf sich, sodass sie 1975 sogar vom bekannten Pop-Art-Künstler Andy Warhol in einer Bilderserie mit dem Titel „Ladies and Gentleman“ abgebildet wurde. Ihr Ziel aber war und blieb die Befreiung und gesellschaftliche sowie rechtliche Gleichstellung von LGBTIQ+ Personen. Im Jahr 1980 durfte sie deshalb sogar im vordersten Wagen bei der jährlichen Gay Pride Parade mitfahren.

Dabei musste Johnson trotz ihres immerwährenden Lächelns immer wieder Rückschläge hinnehmen. So erlitt sie in den 1970er-Jahren psychische Zusammenbrüche, musste einige Zeit in einer psychiatrischen Klinik verbringen und 1990 wurde bei ihr HIV diagnostiziert. Zuvor engagierte sie sich aufgrund von vielen AIDS-Todesfällen in ihrem Umfeld gegen die Krankheit und nahm an einigen Treffen der AIDS-Lobby-Gruppe ACT UP teil.

Nur wenige Tage nachdem sie ihre eigene Erkrankung 1992 in einem Interview öffentlich gemacht hat, wurde Marsha P. Johnson Tod aus dem Hudson River geborgen. Ihr Tod wurde zwar zunächst als Selbstmord eingestuft, viele ihrer Freunde zweifelten jedoch an dieser Einstufung, zumal nach Angaben des New York Anti-Violence Projects 1992 die meisten Anti-LGBTQ-Gewalttaten verzeichnet wurden. Daraufhin wurde der Fall von der Polizei als Ertrinken aus ungeklärter Ursache eingestuft.

Trotz ihres frühen Todes mit nur 46 Jahren bleibt Marsha P. Johnson eine der wichtigsten LGBTIQ+ Aktivistinnen und wird unter anderem mit einem Denkmal in New York und der Umbenennung eines Parks in Brooklyn nach ihr geehrt, denn ihre Taten stellten wichtige Weichen für die gesellschaftliche Akzeptanz und die Gleichberechtigung von LGBTIQ+ Personen, die auch oder gerade heutzutage weiterhin weltweit angestrebt werden muss.

 

Quellen:

https://www.womenshistory.org/education-resources/biographies/marsha-p-johnson
https://www.musikexpress.de/marsha-p-johnson-ein-denkmal-fuer-die-legendaere-drag-queen-und-lgbtqi-aktivistin-1861665/
https://www.biography.com/activists/marsha-p-johnson

LGBTQ-Rechte weltweit

Während hier in Deutschland die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare seit 2017 erlaubt ist und queere Menschen weitgehend geschützt sind, sieht die Realität in vielen Teilen der Welt ganz anders aus. Doch wie steht es eigentlich um die LGBTQ-Rechte in anderen Ländern?

Weltweite Ungleichheiten

Aktuell haben nur 12 Länder, darunter Bolivien, Österreich, Malta und Südafrika, ein ausdrückliches Verbot der Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität in ihrer Verfassung verankert. Bei fast 200 Staaten weltweit entspricht das weniger als 7%. In vielen Ländern gibt es weder Gesetze, die die Rechte der betroffenen Menschen schützen noch Initiativen, die sich um Gleichberechtigung bemühen, was ein großes Hindernis für Menschen der weltweiten LGBTQ-Community darstellt. Eine Auswertung der Hamburger Reisesicherheits-Analysefirma A3M zeigt die Gefahr für queere (Reisende) deutlich: Mit fünf Risikostufen wird weltweit bewertet, wie gefährlich ein Land für LGBTQ-Personen ist, von Dunkelgrün (sehr sicher) bis Dunkelrot (sehr gefährlich). Rund 170 von 200 Ländern fallen dabei in die Kategorien Gelb bis Dunkelrot, was verdeutlicht, dass in der Mehrheit der Staaten weltweit ein erhöhtes Risiko für Diskriminierung, Gewalt oder strafrechtliche Verfolgung besteht. 

Strafen für Homosexualität

In 64 Staaten weltweit wird Homosexualität immer noch strafrechtlich verfolgt. Dazu zählen auch welche der bevölkerungsreichsten Länder der Erde, wie beispielsweise Indien oder Ägypten. In 12 Ländern droht für gleichgeschlechtliche Beziehungen sogar die Todesstrafe, welche zum Teil auch wirklich vollstreckt wird, so beispielsweise in Ländern wie dem Iran, Saudi-Arabien, Somalia und Jemen. Doch auch in Staaten wie Afghanistan, Katar und Mauritius besteht die rechtliche Möglichkeit zur Todesstrafe aufgrund sexueller Orientierung. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die zuständigen Behörden Schutz bei Gewalt oder Diskriminierung häufig verweigern und stattdessen sogar teilweise direkt an der Unterdrückung beteiligt sind. Im Zuge dessen müssen auch Täter von Hassverbrechen gegen LGBTQ-Menschen in diesen Ländern kaum strafrechtliche Konsequenzen fürchten, was zu Angst innerhalb der Bevölkerung führt. Auf dem afrikanischen Kontinent stufen beispielsweise momentan 31 Länder einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen als kriminell ein. Dies widerspricht nicht nur den internationalen Menschenrechtsstandards, sondern auch der sogenannten Afrikanischen Charta der Menschenrechte, wobei es sich um ein regionales Menschenrechtsabkommen handelt, das im Jahr 1986 in Kraft trat und eigentlich Gleichheit und Menschenwürde garantiert.

Transrechte

Während immer mehr Aufmerksamkeit auf die Rechte homosexueller Menschen gerichtet wird, gerät die Lage von Transpersonen häufig eher in den Hintergrund. In 14 Ländern der Welt ist es somit strafbar, trans zu sein und allein das Existieren als Transperson kann dort rechtliche Konsequenzen haben. Dazu kommt, dass es häufig keine offiziellen Möglichkeiten zur Änderung des Geschlechts in Ausweisen oder anderen wichtigen Dokumenten gibt. Damit gehen dann automatisch Nachteile wie Diskriminierung im Alltag, nicht ausreichende Zugang du Gesundheitsversorgung und Benachteiligung im Bildungssystem einher.

Positive Entwicklungen – aber langsam

Trotz all dieser negativen Entwicklungen und Situationen weltweit gibt es auch positive Zeichen: So sind mittlerweile beispielsweise in 38 Ländern auf der Welt gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt. Bereits im Jahr 2001 waren die Niederlande das erste Land, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erlaubte und damit einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung von LGBTQ-Rechten setze. Innerhalb der Europäischen Union sind mittlerweile einige Länder diesem Beispiel gefolgt. So können inzwischen in mehreren Ländern der EU gleichgeschlechtliche Ehen oder wie zum Beispiel in Bulgarien, Rumänien und Polen zumindest eingetragene Partnerschaften geschlossen werden. Die rechtliche Anerkennung ist dabei unterschiedlich stark: Von begrenzten Rechten bis hin zu fast vollständiger Gleichstellung. Als positive Entwicklung zu betrachten ist auch, dass laut einer Studie des Pew Research Centers aus dem Jahr 2019 die gesellschaftliche Akzeptanz weltweit, insbesondere aber in Westeuropa und Nordamerika, steigt. Unterschiede gibt es jedoch nach Region, Religion und Generation. So sind beispielsweise jüngere Menschen den LGBTQ-Rechten gegenüber tendenziell offener.

Reisehinweise für queere Menschen

Queere Menschen, die verreisen wollen, sollten auf jeden Fall darauf achten, ihre Reiseziele sorgfältig zu wählen und sich vorher über die aktuelle Lage der LGBTQ-Rechte vor Ort zu informieren, da ihnen in vielen Ländern selbst als Touristen nicht nur Diskriminierung, sondern auch ernsthafte Gefahr drohen könnte. Der vom Reiseblog Spartacus – International Gay Guide erstellte Gay Travel Index ordnet Länder nach LGBTQ-Freundlichkeit, welche abhängig von der jeweiligen Gesetzeslage, der gesellschaftlichen Akzeptanz und der Sicherheitslage festgelegt wird. Zuletzt lagen bei dieser Auswertung die Länder Kanada, Malta, Neuseeland, Portugal und Spanien auf dem ersten Platz.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die globale Situation für LGBTQ-Rechte nach wie vor sehr unterschiedlich ist und die Menschen, die dies betrifft, in vielen Teilen der Welt mit  erschreckend wenig Akzeptanz und teilweise harten Strafen rechnen müssen. Dennoch gibt es Hoffnung: Der weltweite Aktivismus und die damit langsam zunehmende Aufmerksamkeit in der Gesellschaft helfen, eine Grundlage für bessere LGBTQ-Rechte zu schaffen

 

Quellen

  • https://www.lsvd.de/de/ct/1245-LGBT-Rechte-weltweit
  • https://www.itb.com/de/itb-360°/newsroom/lgbtq-menschen-werden-in-76-laendern-kriminalisiert.html
  • https://off-campers.com/de/blog/gay-travel-index-die-lgbtq-freundlichsten-reiseziele
  • https://ilga.org/state-sponsored-homophobia-report-2024
  • https://www.pewresearch.org/global/2020/06/25/global-divide-on-homosexuality-persists/
  • https://ilga.org/trans-legal-mapping-report
  • https://spartacus.gayguide.travel/gay-travel-index/

Artikelreihe: Pride Month

Nachdem wir als Schülerzeitung im letzten Jahr bereits eine Artikelreihe zum Thema Frauenrechte und Feminismus gemacht haben, kam dieses Jahr, anlässlich des Pride Month, die Idee auf, eine Artikelreihe der LGBTQI-Bewegung zu widmen. Unsere Artikelreihe umfasst nicht nur Portraits über queere Ikonen oder einen Bericht über die internationale Lage für die Pride-Bewegung, sondern auch Kommentare zu diesem gesellschaftlich viel diskutierten Thema.

Mit unserer Artikelreihe möchten wir über Vorurteile aufklären und zum Nachdenken anregen. Wir möchten aufzeigen, wie sehr Angehörige der LGBTQI-Community auch heutzutage noch angefeindet und verfolgt werden. Denn um Toleranz zu schaffen, ist Information und Verständnis enorm wichtig.

Viel Spaß beim Lesen!

SOCIAL MEDIA – Was es mit uns macht

„Social Media ist nicht gut für dich“ oder „Mach doch mal etwas Anderes anstatt immer nur auf Social Media zu sein“ ich denke solche Sätze haben wir alle schon mal gehört und eigentlich ist uns doch allen bewusst, dass uns Social Media nicht gut tut. Doch so einfach ist es nun mal gar nicht und es steckt so viel mehr dahinter. Ich würde in diesem Artikel gerne etwas genauer darüber sprechen…

 

Vorab möchte ich jedoch einmal deutlich machen, dass ich hier nicht so wie in den meisten Artikeln, in denen Erwachsene erzählen, wie schlecht Social Media für vor allem Teenager sei und dass da Schlimmes passieren kann, berichten werde. Stattdessen möchte ich mehr auf den Hintergrund und die Gefühle in unserem Kopf eingehen, aber auch Auswirkungen von Social Media verdeutlichen, denn da steckt meistens etwas mehr dahinter als dieses ganze Sachliche.  

Man sieht täglich fast allzu perfekte Mädchen auf Social Media. Sie haben einen perfekten Körper, ein reines Gesicht und ein wunderschönes Lächeln. Andererseits sieht man auch Mädchen, die sich super gesund ernähren, jeden Tag Sport machen und gute Noten schreiben. Natürlich wird uns gesagt, dass vieles fake ist und auch wenn wir wissen, dass nicht alles echt ist, sieht man diese Mädchen, diese wunderschönen Mädchen. Man fängt an, sich im Spiegel anzuschauen und denkt sich „Warum sehe ich nicht so aus?“. Und auch wenn diese Mädchen vielleicht nicht komplett echt sind, sind sie trotzdem hübsch. Warum habe ich nicht so eine Figur? Warum habe ich ein Doppelkinn? Warum kann ich nicht so wie sie sein?. Es zerstört uns, sodass wir anfangen, an uns zu zweifeln. Viele Gedanken kommen und sie tun weh. Man kann nicht aufhören, sich selbst fertigzumachen, denn man ist nicht das Hübsch, das einem täglich präsentiert wird. Und man weiß, egal was man versuchen würde, man könnte es nicht schaffen, so auszusehen, also fängt man an, sich mehr auf Social Media anzuschauen. Das Schlimmste ist, dass wir uns nicht nur mit dem Aussehen vergleichen sondern auch mit Noten, mit einem aufgeräumten Zimmer… Eigentlich mit Allem. Ich kann nicht erklären, warum wir es so machen, aber es ist ein Prozess, nach dem wir schon fast süchtig werden und der uns kaputt macht. Es fühlt sich schon fast unlebendig an, dennoch hören wir nicht auf. Wir hören weder auf, die ganze Zeit Social Media zu schauennoch uns für alles fertigzumachen.  

Und das ist noch nicht mal das Schlimmste, denn viele hören zum Beispiel auf zu essen oder geraten in Depressionen, die sogar tödlich enden können. Es wurde bereits herausgefunden, dass bundesweit 50.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren an einer Essstörung leiden, wovon 79% weiblich sind. Und das sind nur diejenigen, von denen man es weiß. Nochmal als Vergleich, es benutzen insgesamt 1,44 Mio. Teenager bundesweit Social Media.  

Es wird oft erzählt, dass an Social Media das fast einzig schlimme Cyber Mobbing ist, aber auch nur Videos von hübschen Mädchen können sehr viel mit einem machen. 

 

Doch was ist jetzt hübsch? Diese Antwort gibt es gar nicht so genau… Jeder hat einen anderen Geschmack und jeder hat eine eigene Meinung darüber, wer oder was hübsch ist. Meine Meinung dazu: Jeder ist wunderschön, so wie er ist und jeder hat es verdient, sich hübsch zu fühlen. Du bist genau richtig, so wie Du bist.  

 

Quellen:  

https://www.malteser.de/aware/stories/social-media-risiken-und-wie-du-dich-vor-ihnen-schuetzt.html  (23.05.2024)

https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/der-einfluss-sozialer-medien-auf-die-psyche/? (23.05.2024)

 

von Maria Stark aus der 6a

 

 

 

Steps for children – eine Organisation, die Kindern hilft

Im Jahr 2005 gründete Dr. Michael Hoppe die Organisation Steps for children in Hamburg. In Okakarar (Namibia) machte er seine ersten Schritte als Gründer und kümmerte sich um Kinder und Jugendliche. Zur Zeit gibt es 8 Standorte: 6 in Namibia und 2 in Simbabwe. Es gibt viele Leute und Firmen, die Steps for children unterstützen und toll finden, was die Organistion tut, z.B. der Lions Club Norderstedt, die Deutsche Investment KVG mbh und die Haspa Hamburg Stiftung.

Ihre Ziele

Die Bildung ist ihnen nach eigener Aussage sehr wichtig :“ Wir geben Kindern und jungen Erwachsenen in Namibia und Simbabwe durch Bildung und Ausbildung eine Zukunft und befähigen sie, den Armutskreislauf aus eigener Kraft zu durchbrechen“ (https://www.stepsforchildren.de). Unter anderem bringen sie auch Kinder ohne Eltern in neue Familien, damit sie wieder ein Zuhause haben. Außerdem bekommen die älteren Kinder auch Nachhilfeunterricht und die kleineren Kinder eine Vorschule und Betreuung. Zudem bekommen alle auch immer eine warme Mahlzeit. Sie versuchen, den Kindern eine so gute Ausbildung zu geben, dass sie ihre eigene kleine Firma gründen können und die Organisation unabhängig von Spenden wird.

 

Besuch eines Steps for children-Zentrums in Namibia 

Ich habe selbst einen Blick auf ein Zentrum der Organisation geworfen und fand es wirklich sehr schön. Es gibt ein großes  Hauptgebäude, wo sich ein kleiner Empfang befindet. Dort wirst Du mit einem der Volontäre verbunden, die dort eine Art Praktikum machen und Dich dann herumführen. Es gibt verschiedene Klassenräume und einen großen Sportplatz und daneben einen schönen großen Spielplatz. Außerdem gibt es auch einen Kindergarten, der sehr schön gestaltet ist. 

Wer sich weiter informieren will, kann ihre Website  besuchen: stepsforchildren.de. 

Quellen:

https://www.stepsforchildren.de    (19.6.2024).                               

https://hamburger-stiftungen.de/stiftung-steps-for-children/#:~:text=Die Stiftung steps for children,2 Standorten in Simbabwe tätig (23.5.2024)

Von Hanna Willroth aus der Klasse 6a.

Gender Pay Gap-Weltfrauentag special

Anlässlich des Weltfrauentages geht es in diesem Artikels um den Verdienstabstand pro Stunde zwischen Mann und Frau, auch Gender Pay Gap genannt. Zum einem werde ich erläutern, was der Begriff eigentlich bedeutet, in welchen Bereichen die größten Unterschiede liegen, warum es diese Unterschiede überhaupt gibt, welche Auswirkungen es auf die Frauen hat und wie man dagegen vorgehen könnte.

 Was bedeutet Gender Pay Gap eigentlich?

Wörtlich übersetzt bedeutet Gender Pay Gap Geschlechtsspezifisches Lohngefälle. Es geht um die durchschnittlichen Bruttoverdienste (Brutto = vor Abzug der Steuern) pro Stunde zwischen Mann und Frau.

Es wird zwischen den bereinigten und unbereinigten Lohnlücken unterschieden.

Der bereinigte Gender Pay Gap misst den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen mit identischen Lebensläufen, Tätigkeiten und Qualifikationen. Der bereinigte Gender Pay Gap liegt bei 7% (Stand : 30.01.2023). Frauen verdienen also 7% weniger pro Stunde.

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht die durchschnittlichen Stundenverdienste von Frauen und Männern ohne jegliche Anpassung. Es ist also unbedeutend, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten, häufiger in schlechter bezahlten Berufen arbeiten oder seltener Führungspositionen bekommen als Männer. Der unbereinigte Gender Pay Gap lag 2020 bei 18%. Frauen verdienen im Jahr 2023 18% (durchschnittlich 4 Euro) weniger pro Stunde.

 In welchen Bereichen gibt es die größten Unterschiede?

Im Bereich Produktmanagement verdienen Frauen im Jahr 12.000 Euro weniger als Männer, generell in dem MINT-Berufen ist der Unterschied groß.Bei Ärztinnen und Medizinerinnen liegt der  Unterschied bei circa 30.400 Euro im Jahr. Im Gesundheitswesen sind das ungefähr 30%. Auch in den Finanzen, Versicherungen und im Banking ist die Abstufung groß: circa 19.600 Euro im Jahr. Dort verdienen Frauen circa 32% weniger als Männer. Die Ausnahme sind die Postdienste, in denen Frauen 2% mehr als Männer in der Stunde verdienen.

 Wie kommt es überhaupt zu solchen Unterschieden?

Abgesehen davon, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Berufen arbeiten, seltener Führungspositionen erlangen oder in Berufen mit einem geringeren „Anforderungsniveau“ tätig sind , spielt die fehlende Transparenz bei der Entgeldfindung und nicht diskriminierungsfreie Tarifverträge eine wichtige Rolle. Auch das veraltete Rollenbild, welches in unserer Gesellschaft immer noch eine Rolle spielt, führt dazu, dass Frauen in den gleichen Berufen weniger verdienen. Zudem kommt, dass Frauen oft andere Prioritäten haben und im Verhandeln, wenn es um eine Gehaltserhöhung geht, oft nicht gewinn erbringend sind. Dabei muss man bedenken, dass man als Frau direkt als zickig, unangenehm oder aufmüpfig eingestuft wird, sobald man Forderungen stellt. Männer hingegen werden als selbstbewusst und ehrgeizig wahrgenommen. Oftmals haben Frauen aufgrund sogenannter Care-Arbeiten (Pflege von Bekannten, Betreuung der Kinder) weniger Zeit und arbeiten deshalb in Teilzeit.

 Auswirkungen und Folgen für Frauen und für die Gesellschaft

Frauen verdienen weniger und bekommen folglich eine geringere Pension und weniger Arbeitslosengeld. Gerade Rentnerinnen mit einem geringen Gehalt leiden darunter, generell das Armutsrisiko ist für Frauen deutlich höher. Auch die Arbeitsmotivation der Frauen kann darunter leiden, wenn sie sehen, dass Männer in dem gleichen Beruf mehr verdienen.

  Gender Pay Gap einschränken

-kostenlose Kinderbetreunungsmöglichkeiten                                                            -Verbot von ungleicher Bezahlung in denselben Berufen                                         -Gerechtere Verteilung der Arbeitszeit                                                                         -Innerhalb einer Partnerschaft müssen die Aufgaben (Haushalt,Putzen,Kochen,Kinder etc.)  gerecht aufgeteilt werden                         -Care Arbeit könnte bezahlt werden bzw. aufgeteilt werden. (In der Elternzeit bezahlt werden, denn es entsteht mit der Zeit eine Einkommenslücke)

 

 

„International Women’s Day: Unnecessary celebration or essential reminder?“ – Rede aus dem Englischunterricht

Im Rahmen des Englischunterrichts im Sprachprofil der Q1 haben wir letzte Woche die Aufgabe bekommen, ein Skript für eine Rede zum Weltfrauentag zu schreiben, die den Titel „International Women’s Day: Unnecessary celebration or essential reminder“ tragen sollte. Dieser Arbeitsauftrag stellte einen Abschluss zu unserem Thema der letzten Monate dar, in denen wir uns unter anderem mit Sexismus und Feminismus beschäftigt hatten. 

Anlässlich des Weltfrauentags und unserer Sonderausgabe hierzu habe ich mich also entschlossen, meine im Englischunterricht entstandene Rede hier zu veröffentlichen. 

 

„Ladies and gentlemen, dear fellow students, 

I am honored to be here today and talk to you about a topic that I believe is needed to be spoken about. Even though it is 2024 and maybe even because of that: Feminism. 

Have you ever had a conversation with someone who would say things like „Women have it so much better nowadays, we don’t even need feminism!“ or „Why isn’t there an international men’s day?“ when talking about gender equality? If not, you probably are the kind of person to make such statements. 

And I am not even trying to deny that there has been a lot of movement regarding the equality of the genders over the past decades. But if there really were full equality of men and women, why do women still fear going out in the dark alone while men do not? Why do we tell little girls that the boy who is kicking them in kindergarten simply likes them and they should keep up with it? And why do we still see mainly male CEOs and doctors but female nurses and elementary school teachers? Shouldn’t these jobs be split equally in an equal society? The answer to this is simple: Because every other day than March 8th the women of this world aren’t internationally celebrated, while the men are. 

And it’s not even just these smaller inequalities in our everyday life. I can see that feminism could seem unnecessary to someone who, for example, grew up with a mother who worked a full-time job or knows plenty of women who study and work in academically challenging fields. 

I would also say that I, myself, definitely have a lot of opportunities and chances in life, maybe even just as much as a boy my age who grew up in similar life circumstances like me. 

But it is called International Women’s Day for a reason. I am talking about the bigger picture. Because if we really wouldn’t need feminism anymore, why are there still so many girls and women in the world who aren’t allowed to work or get an education? And thousands of girls and women who get raped or murdered on a daily basis? I know that these are extreme examples, but sadly they are true ones as well. And they show us how important feminism always has been and still is. And only by not stopping to talk about gender equality and being feminist, because we have the option to be, even if don’t always see the need of it right away, we can take a step closer to world wide fairness. 

So, to come back to the question from the start: The International Women’s Day is definitely still an essential reminder in 2024 and needed in order to accomplish a more equal world. And the more steps we take on this path the more important it is to remember the true goal of feminism. 

Let us all celebrate the International Women’s Day for a better present and future!

Thank you very much for your attention.“ 

Über 3 Millionen Teilnehmende an Demos gegen Rechts

In den vergangenen Wochen haben in ganz Deutschland viele kleine und große Demos gegen Rechtsextremismus in unserem Land stattgefunden. Hintergrund hierfür waren unter anderem der Zuwachs der rechten Partei AfD in aktuellen Umfragewerten, aber auch die Veröffentlichung von Recherchen des Netzwerks „Correctiv“ zu einem Geheimtreffen in Potsdam von AfD-Politiker*innen und anderen Rechtsextremen. Laut aktuellen Angaben des RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland) sind im Zeitraum vom 10. Januar bis zum 11. Februar ca. 3,3 Millionen Menschen für die Demokratie und gegen den Rechtsextremismus in Deutschland auf die Straße gegangen. 

Über 100.000 Menschen gegen Rechts in Hamburg

Auch in Hamburg haben bereits mehrere Demonstrationen gegen Rechts stattgefunden, unter anderem die bislang wohl größte Demo in ganz Deutschland mit ca. 180.000 Menschen am 19. Januar (aktuelle Angaben des RND, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, s. Quellen). 

Ich sowie einige andere Schüler*innen und Lehrer*innen des LGN haben an dieser Demo in Hamburg teilgenommen.

Die Veranstaltenden hatten vor der Demo wohl nur mit etwa 10.000 Personen gerechnet, weshalb die Versammlung wegen Überfüllung frühzeitig abgebrochen werden musste. Ursprünglich sollte die Demo außerdem auf dem Rathausplatz stattfinden, da allerdings kurzfristig eine Sitzung von AfD-Politiker*innen im Hamburger Rathaus einberufen wurde, musste ein Sicherheitsabstand zum Gebäude gewährleistet werden. Dementsprechend versammelten sich die Demonstrierenden um die Binnenalster am Jungfernstieg. Wegen des großen Gedränges wurden die Teilnehmenden dann nur anderthalb Stunden nach Beginn der Demo um 15:30 Uhr darum gebeten, den Platz langsam und vorsichtig zu verlassen. Dennoch blieben viele Demonstrant*innen noch nach 17:00 Uhr und trotz der kalten Temperaturen von etwa 2º C um die Binnenalster versammelt. 

Vor, während und nach der Demonstration war auch der Hamburger ÖPNV extrem überfüllt. Vollgestopfte Bahnen, überfüllte Busse und überall Menschen, die sich aufgrund der vollen Straßen und Bahnen dazu entschieden hatten, zur Demo zu laufen. Doch trotz all dieser Unannehmlichkeiten, des überfüllten Verkehrs, der kalten Temperaturen und des großen Gedränges bei der Demo, berichten viele Demonstrierende von einem extrem positiven Gefühl von Zusammenhalt und Demokratie und sprechen sich z. B. auf Social Media für diesen Aktivismus gegen Rechts aus. 

Demonstration in Norderstedt

Auch in Norderstedt hat am 02. Februar 2024 eine Demo gegen Rechts stattgefunden, an der ungefähr 2000 Personen teilgenommen haben sollen. Auf einer kleinen Bühne beim Rathausmarkt kamen verschiedene Redner*innen zu Wort. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Lesben- und Schwulenverband in Norderstedt. Unter dem Motto „5 vor 33“ konnte man trotz des schlechten Regenwetters und eines weiteren Bahnstreiks Familien, Jugendliche, Rentner*innen und viele weitere Menschen in Norderstedt Mitte antreffen. 

Auch bei dieser Demo lag ein sehr familiäres Gefühl von Zusammenhalt in der Luft und von den Teilnehmenden erfährt man eine große positive Resonanz bezüglich der Demos in ganz Deutschland. 

Deshalb werden wir wohl auch in den kommenden Wochen mit vielen weiteren kleinen und großen Demos für die Demokratie und gegen den Rechtsextremismus in Deutschland rechnen dürfen.

Quellen

Wer noch mehr über die Hintergründe der aktuellen Demonstrationen in Deutschland erfahren möchte, kann sich z. B. unter folgenden Links näher informieren: 

Geheimtreffen in Potsdam:

Demonstrationen in Deutschland

Aktuelle Debatte: AfD-Verbot in Deutschland 

afd-verbot-102.html

 

Quellen zum Bericht (Letzter Zugriff auf alle aufgelisteten Quellen: 12.02.2024) 

Kieler Nachrichten

RND

Tagesspiegel 

NDR

Tagesschau

Falun Dafa – Praktizierende verfolgt und ermordet in China

Falun Dafa: Praktizierende werden in China seit 20 Jahren auf brutale Weise verfolgt. Sie werden gefoltert und ermordet. Aber warum eigentlich und was ist Falun Dafa ?

Was ist Falun Dafa ?

Falun Dafa ist, wie schon oben genannt, eine Meditationspraxis für Körper und Geist, außerdem wird sie auch Falun Gong genannt. Diese Art von Meditationspraxis ist eine tiefgehende Lehre zur Selbstkultivierung. Es ist ein Weg, die Gesundheit zu verbessern und größere Weisheit zu erlangen. Sie ist entstanden aus dem buddhistischen System und besteht aus einfachen Übungen, Meditation und den universellen Werten Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Es lehrt, dass dies die grundlegenden Eigenschaften des Universums sind und gibt diese als Leitfaden für tägliches Leben und Handeln den Praktizierenden mit. Heute wird es in mehr als 100 verschiedenen Ländern praktiziert.

Die Verfolgung

1990 wurde Falun Dafa populär in ganz China und von der Regierung unterstützt. Neun Jahre später praktizierten es um die 100 Millionen Menschen. Allerdings setzte der damalige Staats- und Parteichef Jiang Zemin noch im selben Jahr im Juli ein Verbot dagegen aus. Er setzte eine gewalttätige Kampagne in Gang, im Versuch Falun Dafa auszumerzen. Es missfiel ihm wie die Popularität dieser Praxis immer weiter wuchs und befürchtete das immer mehr Chinesen Falun Dafa der Ideologie der kommunistischen Partei vorziehen könnten.

Seit diesem Verbot hat die kommunistische Partei Chinas eine Vielzahl von Methoden mit dem Ziel, die spirituelle Gruppe vollständig auszulöschen, eingesetzt. Zu diesen Methoden zählen extreme Foltermethoden und sexuelle Übergriffe, außerdem auch Einschüchterung und Bedrohung von Familienangehörigen. Heutzutage werden Millionen von Menschen in China die Falun Dafa praktizieren unrechtmäßig verhaftet, inhaftiert sowie gefoltert und getötet.

Abschließend dazu kann man sagen, dass immer noch Menschen dort verfolgt werden und dies sind die Zahlen der bisherigen Opfer: über 4.300 durch Folter gestorben, ca. 1.000.000 in Arbeitslagern gestorben, Zehntausende in Gefängnissen gestorben und ebenso in psychiatrischen Anstalten. Und mehr als 60.000 lebende Menschen mussten eine Organentnahme durchleben.

Organraub an lebenden Praktizierenden

2006 fingen Zeugen an zu berichten, dass gefangene Praktizierende im großen Stil bei Organentnahmen getötet werden. Nach schließlich 10 Jahren Recherche gingen Ermittler davon aus, dass Chinas Transplantationsindustrie auf einem geheimen Massenmord basiert und gleichzeitig mit der Verfolgung von den Falun Dafa Praktizierenden anfing zu boomen.

Von 2000 bis heute werben chinesische Kliniken damit, jedes Organ innerhalb von wenigen Tagen beschaffen zu können. Außerdem meinten sie, dass sie aus „Sicherheitsgründen“ bei jeder Operation immer mehrere Lebendorgane zur Verfügung haben. Zwischen Krankenhaus und Gefängnis vermittelt das Militär, sodass, wenn ein Patient eintrifft, ein passender „Spender“ gefunden wird. Die Organentnahme wird bei lebendigem Leib durchgeführt und somit das Opfer getötet.

Dezember 2018 bestätigten 11 Direktoren der größten Transplantationszentren Chinas, dass sie immer noch Organe von Falun Dafa Praktizierenden verwenden. In 2016 publizierten unabhängige Ermittler einen 680 Seiten langen Bericht. In diesem ließ sich feststellen, dass seit 2000 in 712 Krankenhäuser jährlich 60.000 bis 100.000 Nieren und Lebertransplationen durchgeführt worden sein müssen. Und das, ohne dass China über ein funktionsfähiges Organspendesystem verfügt. Daraus wurde geschlussfolgert, dass China für Transplantate Massenmord an Gewissens gefangen begeht. In erster Linie an Falun Dafa Praktizierenden, aber unter anderen auch an Uiguren, Tibetern und Mitgliedern christlicher Hauskirchen.

Lust Falun Dafa auszuprobieren ?

Es gibt ein Buch namens Zhuan Falun von Meister Li Hongzhi, dieses Buch ist ein umfassendes Hauptwerk von Falun Dafa. Die Empfehlung für Anfänger ist: Falun Gong- Der Weg zur Vollendung. Dieses sowie auch andere Werke wurden in bereits über 40 Sprachen übersetzt.

Quellen:

de.faluninfo.eu

de.FalunDafa.org

de.Minghui.org