Interview mit Frau Thies
Stellen Sie sich doch bitte erstmal kurz vor:
Ich bin Tabea Thies und ich bin Lehrerin hier am Lessing-Gymnasium. Das schon seit Februar 2015, also jetzt doch schon recht lange. Ich unterrichte hier die Fächer Spanisch, Französisch und Philosophie.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Lehrerin zu werden?
Das war jetzt kein Entschluss der irgendwie aus Idealismus oder aus dem Gedanken heraus „Ich bin die geborene Lehrerin “ kam, sondern ich habe eigentlich schon immer manche Unterrichtsfächer geliebt. Ich habe früher als Schülerin auch anderen Nachhilfe gegeben und irgendwie war das dann so eine Option, bei der ich gedacht habe, das passt gut zu mir. Dann ist das so entstanden und es hat sich bestätigt, dass das eine gute Wahl für mich war.
Aus welchem Grund haben Sie sich denn für die Fächer Spanisch, Französisch und Philosophie entschieden?
Also Spanisch und Französisch hatte ich als Fremdsprachen in der Schule. Ich mochte die Fächer, ich war gut darin, ich mag Fremdsprachen gerne und deswegen lag das für mich irgendwie auf der Hand. Eigentlich wollte ich Englisch und Spanisch studieren aber dann wurde es Französisch. Philosophie habe ich dann nachträglich gemacht, das war nicht von Anfang an ein Entschluss, das kam so auf mich zu.
Wie sind Sie denn ans Lessing-Gymnasium gekommen?
Herr Apsel [ehemaliger Schulleiter] hat mich angerufen. Ich hatte eine Vertretungsstelle an einer anderen Schule nach dem Referendariat. Dann hat irgendwann mein Handy geklingelt und Herr Apsel war dran. Man konnte auf einer bestimmten Bewerbungsplattform sein Profil reinstellen und er hatte damals jemanden für eine Vertretungsstelle gesucht.
Was sind denn neben dem Unterrichten ihre Aufgaben an unserer Schule?
Also natürlich mache ich die digitale Schülerzeitung zusammen mit Frau Koletti, dann bin ich Assistentin von Herrn Woyke, dann arbeite ich mit Frau Zimpel und Frau Holland im Bereich „Fördern und Fordern“, dann bin ich Beauftragte für das neue Schülerfeedback und das Lerntraining habe ich ganz lange alleine gemacht. Ich glaub das wars.
Was gefällt Ihnen denn besonders gut an Ihrem Beruf und an unserer Schule?
An dem Beruf mag ich einfach dieses mit Menschen arbeiten. Das klingt immer so idealistisch aber es macht wirklich Spaß mit verschiedenen Altersstufen zu arbeiten, mit Jugendlichen zu arbeiten, weil es einfach schön ist, die auf ihrem Weg zu begleiten und es auch viele lustige und lehrreiche Momente so in einem Schuljahr gibt. Ich arbeite auch gerne mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen und ich könnte mir jetzt zum Beispiel nicht vorstellen, einen Job zu machen, bei dem ich nur im Homeoffice säße. Also ich wünschte mir manchmal schon so einen Tag Homeoffice für alles was man noch so neben dem Unterricht zu tun hat, damit man so ein bisschen mehr Flexibilität hat. Aber ansonsten ist Lehrerin eigentlich ein schöner Beruf.
Gibt es denn ein besonders lustiges Erlebnis aus ihrer bisherigen Zeit als Lehrerin?
Das ist schwierig zu sagen, es gibt jede Woche im Arbeitsalltag kleine lustige Situationen oder auch auf Klassenfahrt. Es fällt mir schwer, wenn ich jetzt so drüber nachdenke. Wir haben mal, es ist schon ein paar Jahre her, da haben wir einen Schüler mal mit einer Klasse reingelegt: Das war ein Schüler, der ständig zu spät kam, und wir haben dann irgendwann beschlossen, dass wir so tun als würden wir eine Klassenarbeit schreiben, wenn er reinkommt. Das war halt sehr lustig. Im Nachhinein dann auch für ihn.
Wie war Ihre eigene Schulzeit für Sie?
Schön! Also besonders die Zeit in der Oberstufe habe ich sehr genossen, weil man ja schon irgendwie so eine gewisse Unabhängigkeit hatte und mit richtig vielen Leuten aus dem Jahrgang was zu tun hatte. Eine Zeit lang gabs dann ja auch viele Partys, weil alle 18 geworden sind und man hat einfach total viel miteinander unternommen. Ich hatte auch in der Schulzeit nie so die ganz großen Noten-Ängste, dass ich mich so ganz schlecht gefühlt habe. Also ich meine, es gibt ja auch Leute, die finden ihre Schulzeit nicht so toll oder haben ständig Angst, Prüfungen nicht zu bestehen. Und das hatte ich halt nicht, deswegen fand ich meine Schulzeit insgesamt sehr schön und ich habe auch noch viele Freundschaften aus der Schulzeit.
Was ist für Sie die wichtigste Eigenschaft eines Lehrers oder einer Lehrerin?
Da kann ich mehrere aufzählen: Geduld, Humor, starke Nerven, es gibt noch ganz viele andere, aber das sind die, die mir jetzt so spontan einfallen.
Warum haben Sie sich entschieden, uns als digitale Schülerzeitung zu betreuen?
Das war Frau Kolettis Idee. Frau Koletti ist auf dieses Unterstützungs-Angebot aufmerksam geworden und auf die Möglichkeit, dass man eine digitale Schülerzeitung mit einer gewissen Unterstützung gründen kann. Dann hatte sie mich gefragt, ob wir das zusammen machen wollen. Ich bin sehr froh, dass ich ja gesagt habe, weil es eine schöne Aufgabe ist.
Welchen Rat würden Sie jedem Schüler und jeder Schülerin mit auf den Weg geben?
Einen Rat zu geben ist ziemlich schwierig, weil das ja situationsbedingt sehr unterschiedlich sein kann. Bei manchen Dingen muss man hartnäckig sein und selber auch noch mal nachdenken und manche Dinge erscheinen einem erst rückblickend sinnvoll, obwohl man jetzt vielleicht noch nicht weiß, warum man da im Unterricht drüber spricht.





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